2. NÜTZLICHE BEGRIFFE


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Eine Einführung in das ‘Kleine Wörterbuch’ des SEAD Projektes
> von Irén Lovas, MGMA (Ungarn)

Die Chancen für ein gelungenes und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung hängen oft von den Zielen der Einrichtungen ab, in denen sie leben. Die Frage ist: “Was macht ein gelungenes Leben aus?“ Die Antworten umfassen Arbeit, Sport, Zugang zu Kultur, manchmal auch Familie. Seltener kommen Elternschaft, Partnerwahl, Beziehungen und Sexualität vor.

Woher kommt dieses Schweigen?
Wenn ein Kind mit einer Behinderung geboren wird, wenden die Eltern und Betreuer viel Zeit für die Reduktion der Behinderung und die Förderung auf. Daher tendieren sie dazu, die Wichtigkeit von Beziehungen, Haltungen und Verhalten zu gering zu achten. Während ein anderes 4-jähriges Kind mit Puppen spielt und in ihrem Kleidchen ihren Vater umarmt, bekommt ein Kind mit Behinderung pädagogisches Spielzeug. Aber es hat vielleicht nicht einmal die Zeit, damit zu spielen, weil es häufig zum Förderunterricht gehen muss.

“…Ich war verängstigt, wirklich besorgt, was mit mir in diesem Raum geschehen würde, was ich dort tun müsste, was ich in der LAGE war zu tun, was das Mädchen von mir erwartete, wie mein Körper auf das reagieren würde, was ich im Sinn hatte?” 1

Zum Teenager zu werden bedeutete, dass 16 Jahre ihres Lebens vorbei gegangen sind, ohne dass jemand mit ihr über Beziehungen oder Sexualität gesprochen hätte. Eltern und Lehrer vermuten wahrscheinlich, dass sie nie eine Beziehung haben würden, denn “wer will schon mit einer Behinderten leben“?

Menschen, die mit einer Behinderung geboren werden, werden oft als geschlechtslose Wesen betrachtet, denn dies erleichtert es, ihr Leben, ihre Betreuung und Rehabilitation zu organisieren und den Problemen zu begegnen. Die vorherrschende Meinung ist, dass nur ‘normale’ Menschen Sexualität haben, ein Recht darauf und sie als Belohnung betrachten. Heute wissen wir: jedes Individuum hat Sexualität und ihre Unterdrückung kann zu schweren persönlichen Problemen führen. Sexualität gehört zum Leben ‘normaler’ und behinderter Menschen. Das Schlüsselwort ist Akzeptanz – wir müssen die Tatsache anerkennen, dass auch Menschen mit Behinderung in der Familie und in der Gesellschaft als sexuelle Wesen leben.

“Wir müssen Sexualität von Menschen mit Behinderung aus der Sicht des Menschen betrachten und nicht aus der der Behinderung. Sexualität ist nicht eine Frage der Medizin, der Psychologie oder der Rehabilitation, sondern eine von Liebe, Intimität, Vertrauen und der höchst intimen individuellen Persönlichkeit definiert durch die Dimension der Zusammengehörigkeit.” 2

Die Verantwortlichkeit der Profis besteht darin, Informationen in verständlicher Weise zu sammeln und zu verbreiten, während sie die Werte der Familie im Kopf behalten.

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1 Zsófia Kálmán – György Könczei, 2002. A taigetosztól az esélyegyenlőségig S. 461.
Übersetzt von Jürgen Lenski. (Von Taigetos zur Gleichberechtigung)
2 Zsófia Kálmán – György Könczei, 2002. A taigetosztól az esélyegyenlőségig S. 445.
Übersetzt von Jürgen Lenski. (From Taigetos to equal opportunity)

Das folgende Glossar wurde als ein praktikables Werkzeug zusammengestellt, um das Schweigen zu überwinden. Zum Herunterladen bitte den untenstehenden link anklicken.


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